Donnerstag, 3. Dezember 2020

1. Korinther 1, 23a

Wir aber predigen den gekreuzigten Christus.

 

2. Korinther 5,17

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Bildhinweise

Bil­der im Sli­der oben:
Süd­li­cher Schwarz­wald – von R. Sturm /​ pi​xelio​.de
Do­lo­mi­ten – von Jou­jou /​ pi​xelio​.de
Ei­fel – von R. Hal­bach /​ pi​xelio​.de
Afri­ka – von R. Tram­pert /​ pi​xelio​.de

Gemeinde

Theologische Erklärung

als Hilfe zur Orientierung und Grundlage der Gemeinde

Die­se Theo­lo­gi­sche Er­klä­rung wur­de im Jahr 2000 for­mu­liert, als sich im­mer deut­li­cher ab­zeich­ne­te, dass in der Lan­des­kir­che Han­no­vers kein Platz mehr für uns sein wür­de und dass über kurz oder lang die Grün­dung ei­ner ei­gen­stän­di­gen Ge­mein­de voll­zo­gen wer­den muss­te. Form und In­halt sind be­wusst an tra­di­tio­nel­le Be­kennt­nis­se an­ge­lehnt. Da­mit soll auch zum Aus­druck kom­men, dass wir in der Kon­ti­nui­tät der Kir­che der Re­for­ma­ti­on ste­hen. Die­ses Be­kennt­nis war Grund­la­ge der Ge­mein­de­grün­dung, die Zu­stim­mung zu die­ser theo­lo­gi­schen Er­klä­rung ist Vor­aus­set­zung für die Gemeindemitgliedschaft. 

1. Übereinstimmung mit der Schrift und den Vätern im Glauben

Quel­le und der Grund un­se­res Glau­bens ist die Of­fen­ba­rung des drei­ei­n­i­gen Got­tes. Die­se ist ver­bind­lich fest­ge­hal­ten in der Hei­li­gen Schrift. Wir se­hen uns in der Kon­ti­nui­tät der Al­ten Kir­che und der Kir­che der Re­for­ma­ti­on. Ihre Be­kennt­nis­schrif­ten (wie bei­spiels­wei­se das Apos­to­li­kum und der Hei­del­ber­ger Ka­te­chis­mus) for­mu­lie­ren für die Ge­mein­de Jesu ver­bind­li­che Eck­punk­te christ­li­cher Leh­re. Sie ord­nen sich da­bei vor­be­halt­los der Au­to­ri­tät der Hei­li­gen Schrift un­ter. Wir neh­men die An­lie­gen der wich­tigs­ten theo­lo­gi­schen Er­klä­run­gen des 20. Jahr­hun­derts auf: der Ber­li­ner Er­klä­rung (1909), der Düs­sel­dor­fer Er­klä­rung (1967) und der Frank­fur­ter Er­klä­rung (1970). Die fol­gen­den Aus­sa­gen sind nicht sub­jek­ti­ve Glau­bens­sät­ze, son­dern rea­le Be­stim­mun­gen, wel­che die dem Glau­ben vor­ge­ge­be­ne Wirk­lich­keit beschreiben.

2. Von der Offenbarung und der Heiligen Schrift

Die Of­fen­ba­rung Got­tes, durch die Gott sich dem Men­schen zu er­ken­nen ge­ge­ben hat, um­fasst so­wohl die in der Hei­li­gen Schrift auf­ge­zeich­ne­te Ge­schich­te als auch de­ren Aus­le­gung durch die Hei­li­ge Schrift selbst und greift in meh­re­ren Aus­sa­gen der Schrift über be­reits Ge­sche­he­nes hin­aus auf die Zu­kunft und die neue Schöp­fung. Sie ist voll­endet in der Sen­dung sei­nes Soh­nes Je­sus Chris­tus und der Aus­gie­ßung sei­nes Hei­li­gen Geis­tes. Das Kom­men Jesu Chris­ti wird im Al­ten Tes­ta­ment vor­be­rei­tet und im Neu­en Tes­ta­ment als ge­sche­hen be­zeugt. Die Of­fen­ba­rung Got­tes ist ein­ma­lig. Sie un­ter­schei­det sich in Ge­setz und Evan­ge­li­um. Wir be­ken­nen, dass die Hei­li­ge Schrift von Gott bis in den Wort­laut hin­ein durch den Hei­li­gen Geist ge­re­det wor­den ist und von be­ru­fe­nen Men­schen auf­ge­schrie­ben ist, dass sie um der Wahr­heit Got­tes wil­len in al­len Aus­sa­gen wahr und ver­trau­ens­wür­dig ist, dass sie voll­kom­men aus­reicht, um dem Men­schen An­teil zu ge­ben an dem in Chris­tus voll­brach­ten Heil, dass sie in ih­ren Aus­sa­gen und Ab­sich­ten klar ist, dass sie den Glau­ben an Je­sus Chris­tus be­grün­det und dass sie die aus­schließ­li­che Norm für Leh­re und Le­ben ist. Wir ver­wer­fen die Leh­re, es gebe spe­zi­el­le Of­fen­ba­run­gen Got­tes aus­ser­halb der in der Hei­li­gen Schrift be­zeug­ten und ver­bind­lich ge­deu­te­ten Ge­schich­te. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Hei­li­ge Schrift ent­hal­te nicht alle Be­din­gun­gen zu ih­rem rech­ten Ver­ständ­nis in sich selbst, so dass sie sich erst durch Be­zug auf mensch­li­che Tra­di­tio­nen oder durch ihre Un­ter­wer­fung un­ter so­ge­nann­te kri­tisch-wis­sen­schaft­li­che For­schung recht ver­ste­hen las­se. Wir ver­wer­fen fer­ner die Leh­re, die Bi­bel ent­hal­te Irr­tü­mer oder Aus­sa­ge­ab­sich­ten, die dem kla­ren Wort­laut nicht zu ent­neh­men sind oder ihm widersprechen.

3. Von Gott

Wir be­ken­nen den ei­nen, drei­ei­n­i­gen und ewi­gen Gott, Va­ter, Sohn, und Hei­li­gen Geist, in drei Per­so­nen glei­chen We­sens, und doch ein Gott. Wir be­ken­nen, dass Gott all­mäch­tig, all­wis­send und all­ge­gen­wär­tig ist und hei­lig, ge­recht und voll Lie­be zum Sün­der, doch zor­nig ge­gen­über dem, der sei­nem Wort nicht glaubt. Wir ver­wer­fen die Leh­re, Gott sei eine un­per­sön­li­che, an­ony­me Kraft und Got­tes Zorn sei nicht wirklich.

4. Von der Schöpfung

Wir be­ken­nen, dass der drei­ei­n­i­ge Gott am An­fang die Welt in 6 Ta­gen von je 24 Stun­den ge­schaf­fen hat und noch er­hält, dass die Schöp­fung ur­sprüng­lich sehr gut war und dass die Leib­lich­keit eben­so wie die ge­schöpf­li­chen Un­ter­schie­de zwi­schen den Ge­schlech­tern, zwi­schen Mensch und Tier, den ver­schie­de­nen Ar­ten ( Grund­ty­pen ) und von Tie­ren und Pflan­zen gott­ge­wollt sind. Wir ver­wer­fen die Leh­re, das Uni­ver­sum sei wäh­rend lan­ger Zeit­räu­me aus sich selbst her­aus ent­stan­den oder Gott habe es durch die­se Zeit­räu­me sich ent­wi­ckeln las­sen. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Erde sei ein in sich selbst grün­den­des oder von ei­ner un­per­sön­li­chen Kraft durch­wal­te­tes, die gott­ge­woll­ten Un­ter­schie­de auf­he­ben­des Ökosystem.

5. Von der Sünde

Wir be­ken­nen, dass durch den kon­kre­ten Un­ge­hor­sam des ers­ten Men­schen­paa­res die Sün­de in die Welt ge­kom­men ist, dass die Sün­de in ih­rem We­sen dar­in be­steht, wie Gott sein und ge­gen Got­tes Ge­bot frei be­stim­men zu wol­len, was Gut und Böse ist, dass die Sün­de so­wohl durch die Ver­su­chung von sei­ten des Sa­tans als auch durch den Un­ge­hor­sam des Men­schen be­dingt ist, dass sie die zu­vor an­ge­kün­dig­te Be­stra­fung mit dem Tod nach sich zieht und die voll­stän­di­ge Ver­keh­rung des Men­schen im Blick auf sein Ver­hält­nis zu Gott zur Fol­ge hat, und dass sie durch Got­tes Ge­setz er­kannt wird. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Sün­de sei pri­mär ein in­ner­welt­li­ches Übel, das in dem frei­en Ent­schluss des Men­schen be­grün­det, durch psy­chi­sche Fak­to­ren zu er­klä­ren oder durch psy­cho- bzw. so­zio­the­ra­peu­ti­sche Ver­fah­ren zu be­he­ben sei.

6. Von Jesus Christus

Wir be­ken­nen, dass Je­sus Chris­tus von Ewig­keit her der Sohn Got­tes und Gott in Per­son ist, dass er Mensch wur­de, in­dem er durch den Hei­li­gen Geist emp­fan­gen und von der Jung­frau Ma­ria ge­bo­ren wur­de und dass er durch sei­ne Wor­te und Wer­ke, Zei­chen und Wun­der als der von Gott im Al­ten Tes­ta­ment ver­hei­ße­ne Mes­si­as er­wie­sen wur­de. Wir be­ken­nen, dass Gott in sei­ner Gna­de durch ihn das Evan­ge­li­um of­fen­bart hat, dass er stell­ver­tre­tend für die Men­schen zur Süh­ne und Stra­fe für ihre Sün­den ge­lit­ten hat und ge­stor­ben ist, dass er am drit­ten Tag nach sei­nem Tod und Be­gräb­nis leib­haf­tig auf­er­stan­den und nach wei­te­ren vier­zig Ta­gen in den Him­mel auf­ge­fah­ren ist, von wo er über die Ge­mein­de und die Welt re­giert und leib­haf­tig sicht­bar wie­der­kom­men wird. Wir be­ken­nen, dass Gott in ihm den Neu­en Bund ge­schlos­sen und die Zu­sa­ge der Ver­ge­bung und des ewi­gen Le­bens al­len Men­schen zu­gäng­lich ge­macht hat. Wir ver­wer­fen die Leh­re, ne­ben Je­sus gebe es an­de­re Wege zu Gott, Je­sus sei nur Mensch ge­we­sen, sei­ne Gott­heit be­stehe nur in sei­ner be­son­de­ren Re­li­gio­si­tät und de­ren Aus­wir­kun­gen, er habe den Men­schen nur ein Vor­bild ge­ben wol­len, sein Tod sei kei­ne stell­ver­tre­ten­de Stra­fe und sei­ne Auf­er­ste­hung sei nicht wirk­lich ge­sche­hen, son­dern als ein blo­ßes “Wei­ter­ge­hen der Sa­che Jesu” zu verstehen.

7. Vom Heiligen Geist

Wir be­ken­nen, dass der Hei­li­ge Geist eben­so wie der Va­ter und der Sohn Gott ist. Wir be­ken­nen: Er ver­herr­licht Chris­tus, er wirkt in der Er­hal­tung der Schöp­fung, in den Fak­ten der Heils­ge­schich­te und hat die hei­li­ge Schrift in­spi­riert; Er wirkt die Zu­eig­nung des in Chris­tus voll­brach­ten Heils in­dem er die Her­zen er­leuch­tet und den Glau­ben an das Evan­ge­li­um wirkt; Er wohnt in den Glau­ben­den, ver­leiht Ga­ben zum Dienst und baut die Ge­mein­de auf. Wir ver­wer­fen die Leh­re, der Hei­li­ge Geist sei eine un­per­sön­li­che Kraft, die die Men­schen über­wäl­ti­ge, in ver­füg­ba­rer Wei­se be­ses­sen wer­den kön­ne und sich not­wen­dig in au­ßer­ge­wöhn­li­chen Er­eig­nis­sen und Er­leb­nis­sen manifestiere.

8. Von der Kirche (Gemeinde)

Wir be­ken­nen, dass es die eine, hei­li­ge christ­li­che Kir­che gibt, de­ren wah­re Glie­der vor Grund­le­gung der Welt in Chris­tus er­wählt wur­den und die sich als Bun­des­volk Got­tes aus Is­ra­el und den Hei­den in der Welt ver­sam­melt, die durch die Pre­digt des Evan­ge­li­ums ge­baut wird, die Sa­kra­men­te (Tau­fe und Abend­mahl) nach dem Wil­len ih­res Herrn ge­braucht, im rech­ten Glau­ben an Je­sus Chris­tus steht, in der Lie­be lebt und auf ihre Voll­endung bei der Wie­der­kunft Chris­ti hofft. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Kir­che sei au­to­ma­tisch dort, wo sie bloß for­mal-recht­lich als In­sti­tu­ti­on Kir­che zu sein be­an­sprucht oder sich ei­ner Kir­chen­lei­tung zu­ord­net, oder wo die Sa­kra­men­te bloß äu­ßer­lich voll­zo­gen wer­den, sie sei eine Re­li­gi­ons­ge­mein­schaft aus mensch­li­chem Wil­len oder sie sei Kir­che auf­grund ih­res Stre­bens nach ethi­scher Vollkommenheit.

9. Vom Menschen

Wir be­ken­nen, dass der Mensch als Mann und als Frau blei­bend als Ab­bild Got­tes ge­schaf­fen ist und im Ge­hor­sam zu Gott über die Schöp­fung herr­schen soll, dass er aber durch den Sün­den­fall in sei­nem We­sen und sei­ner Ver­an­la­gung der­art ver­kehrt wur­de, dass er im ak­ti­ven Auf­stand ge­gen Gott lebt und we­der vor Gott An­er­ken­nung fin­den, noch in rech­ter Wei­se mit der Schöp­fung um­ge­hen kann, und dass er in­fol­ge der Sün­de ver­lo­ren ist. Wir ver­wer­fen die Leh­re, der Mensch sei in sei­ner Wür­de der üb­ri­gen Schöp­fung le­dig­lich gleich­ge­stellt, sein in­ners­tes We­sen sei trieb­haft be­stimmt, sei­ne Leib­lich­keit sei min­der­wer­tig oder er habe in sich ei­nen gu­ten Kern und kön­ne et­was zu sei­nem Heil beitragen.

10. Von den Gnadenmitteln

Wir be­ken­nen, dass Gott dem Men­schen das in Chris­tus voll­brach­te Heil durch das äu­ße­re Wort zu­eig­net und dass die vom Wort ge­tra­ge­nen Sa­kra­men­te Tau­fe und Abend­mahl die Zu­sa­ge sei­nes Gna­den­bun­des be­zeu­gen und be­sie­geln. Wort und Sa­kra­ment be­grün­den, stär­ken und ver­ge­wis­sern so beim Men­schen den Glau­ben. Wir be­ken­nen uns zur Mög­lich­keit der Tau­fe un­mün­di­ger Kin­der wie zur Tau­fe Mün­di­ger, nach­dem die­se ih­ren Glau­ben be­kannt ha­ben. Wir be­ken­nen, dass eine recht­mä­ßi­ge, im Na­men des drei­ei­n­i­gen Got­tes voll­zo­ge­ne Tau­fe nicht wie­der­holt wer­den darf. Wir be­ken­nen, dass die Gna­den­mit­tel dem­je­ni­gen, der sie nicht im Glau­ben emp­fängt oder ge­braucht, zum Ge­richt wer­den. Wir ver­wer­fen die Leh­re, das Heil wer­de durch eine di­rek­te und in­ne­re, über das Wort und den Glau­ben des Her­zens hin­aus­ge­hen­de Wir­kung des Hei­li­gen Geis­tes zu­ge­eig­net, sei die­se durch den blo­ßen äu­ßer­li­chen Ge­brauch der Sa­kra­men­te ver­mit­telt oder sei sie die Fol­ge ei­ner äu­ße­ren re­li­giö­sen Übung. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Sa­kra­men­te sei­en ohne Glau­ben heils­wirk­sam (Tauf­wie­der­ge­burt), oder sie hät­ten nur den Cha­rak­ter ei­nes sub­jek­ti­ven Bekenntnisses.

11. Vom Glauben

Wir be­ken­nen, dass Gott den Men­schen durch sein Wort zur Um­kehr ruft und in sei­nem Her­zen den Glau­ben schafft, der Chris­tus er­greift, dass der Glau­be den Zu­sa­gen Got­tes in sei­nem Wort ver­traut und er auf­grund der Wahr­haf­tig­keit Got­tes Ge­wiss­heit hat, dass der Glau­be so­wohl die Zu­ver­sicht zum Ge­bet als auch eine neue Ge­sin­nung be­inhal­tet, die Got­tes Ge­bo­te be­jaht und die Sün­de ver­neint. Wir ver­wer­fen die Leh­re, der Mensch kön­ne aus sich her­aus glau­ben und der Glau­be sei ein Ge­fühl oder nur ein Bewusstseinsakt.

12. Von der Rechtfertigung

Wir be­ken­nen, dass die Recht­fer­ti­gung ein gnä­di­ger Rechts­akt Got­tes ist, bei dem Gott dem Sün­der, den er zum Glau­ben an Chris­tus er­weckt hat, die im Süh­nop­fer Chris­ti ge­wirk­te, voll­kom­me­ne Ge­rech­tig­keit zu­rech­net, ihm die Sün­den ver­gibt und ihn in sei­ne Ge­mein­schaft auf­nimmt, und dass der Mensch durch den Glau­ben zu je­der Zeit ei­nen be­din­gungs­lo­sen Zu­gang zu die­ser Wirk­lich­keit in Chris­tus hat. Wir ver­wer­fen die Leh­re, Recht­fer­ti­gung sei eine ef­fek­ti­ve Ge­recht­ma­chung oder Gott spre­che das Recht­fer­ti­gungs­ur­teil un­ter An­se­hung der ethi­schen Leis­tun­gen oder an­de­rer Ei­gen­schaf­ten des Men­schen. Wir ver­wer­fen den Miss­brauch der Recht­fer­ti­gungs­leh­re zur Re­ge­lung so­zia­ler oder po­li­ti­scher Ver­hält­nis­se oder zur Le­gi­ti­mie­rung von Sünde.

13. Von den Werken

Wir be­ken­nen, dass die Wer­ke, die Gott ge­fal­len, vom Hei­li­gen Geist ge­wirk­te Früch­te rech­ten Glau­bens sind und dass sie ge­tra­gen sind von der Lie­be zu Gott und zum Nächs­ten; die Lie­be ge­horcht den Ge­bo­ten Got­tes nicht nur äu­ßer­lich, son­dern von Her­zen. Wir be­ken­nen, dass der Christ im Glau­ben an Chris­tus der Sün­de wi­der­steht, aber auf­grund der in ihm woh­nen­den Sün­de in die­sem Le­ben kei­ne ethi­sche Voll­kom­men­heit er­langt. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Wer­ke des Gläu­bi­gen sei­en Aus­druck ei­ner seins­haft im Men­schen an­ge­leg­ten Fä­hig­keit oder es gebe rech­ten Glau­ben ohne Wer­ke. Wir ver­wer­fen die An­sicht, gute Wer­ke sei­en die Be­din­gung für eine tie­fe­re Er­fah­rung der Gnade.

14. Von den Geboten Gottes

Wir be­ken­nen, dass die Zehn Ge­bo­te wie sie im Klei­nen Ka­te­chis­mus M. Lu­thers und dem Hei­del­ber­ger Ka­te­chis­mus er­klärt sind, Grund­la­ge der christ­li­chen Ethik sind. Wir be­ken­nen, dass die auf Le­bens­zeit ein­ge­gan­ge­ne Ehe die von Gott ge­stif­te­te Form des Zu­sam­men­le­bens von Mann und Frau ist. Wir ver­wer­fen die An­sicht, dass der Mensch aus sich her­aus wis­sen und ent­schei­den kön­ne, was gut und böse sei. Wir ver­wer­fen die An­sicht ge­schlecht­li­che Be­zie­hun­gen vor oder au­ßer­halb der Ehe ein­schließ­lich gleich­ge­schlecht­li­cher Ver­hält­nis­se sei­en er­laubt und kei­ne Sün­de. Wir ver­wer­fen die fe­mi­nis­ti­sche Ideo­lo­gie und ver­nei­nen das Recht der Frau zum öf­fent­li­chen Lehr- und Lei­tungs­amt in der Gemeinde.

15. Von den letzten Dingen

Wir be­ken­nen, dass die an Chris­tus Gläu­bi­gen nach ih­rem Tod in der Herr­lich­keit des ewi­gen Le­bens und der neu­en Schöp­fung bei Chris­tus sein wer­den. Wir be­ken­nen, dass Chris­tus am Ende der Zeit sicht­bar wie­der­kom­men wird, um die Le­ben­den und die To­ten zu rich­ten, dass die Gläu­bi­gen als die recht­mä­ßi­gen Teil­ha­ber am ewi­gen Le­ben in der neu­en Schöp­fung of­fen­bar und die Un­gläu­bi­gen der ewi­gen Ver­damm­nis preis­ge­ge­ben wer­den. Wir ver­wer­fen die Leh­re, die Voll­endung der Welt sei im Rah­men ei­nes un­ab­seh­bar lan­gen in­ner­welt­li­chen Ent­wick­lungs­pro­zes­ses zu se­hen und es gebe kei­ne ewi­ge Be­stra­fung der Ungläubigen.

16. Von der Erwählung

Wir be­ken­nen, dass Gott die Ge­mein­de Jesu Chris­ti und ihre Glie­der vor Grund­le­gung der Welt al­lein aus Gna­de er­wählt hat. Wir be­ken­nen, dass Got­tes Er­wäh­lung die Ver­ant­wort­lich­keit des Men­schen zu Buße und Glau­be nicht au­ßer Kraft setzt, son­dern die Wahr­neh­mung die­ser Ver­ant­wor­tung erst er­mög­licht. Wir be­ken­nen, dass die Heils­ge­wiss­heit des Chris­ten ih­ren letz­ten Grund im Er­wäh­lungs­han­deln Got­tes hat, der das von ihm be­gon­ne­ne Werk un­fehl­bar voll­endet. Wir ver­wer­fen die Spe­ku­la­ti­on, dass Gott die im Un­glau­ben Ver­har­ren­den vor Grund­le­gung der Welt zum Un­glau­ben und zur Ver­damm­nis be­stimmt habe. Wir ver­wer­fen alle Ver­su­che, die Span­nung zwi­schen Got­tes Sou­ve­rä­ni­tät und des Men­schen Ver­ant­wor­tung zu ei­ner der bei­den Sei­ten hin aufzulösen.


Für den Ge­mein­de­grün­dungs­aus­schuss des För­der­ver­eins für Ge­mein­de­wacht­s­tum und Mis­si­on Lan­gen­ha­gen e.V.: Mat­thi­as Kirsch­tow­ski, Wolf­gang Nest­vo­gel, Hein­rich Nord­sieck, Ralf Wie­nekamp, Cars­ten Otto