Sonntag, 18. November 2018

1. Korinther 1, 23a

Wir aber predigen den gekreuzigten Christus.

 

2. Korinther 5,17

Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

Bildhinweise

Bilder im Slider oben:
Südlicher Schwarzwald – von R. Sturm / pixelio.de
Dolomiten – von Joujou / pixelio.de
Eifel – von R. Halbach / pixelio.de
Afrika – von R. Trampert / pixelio.de
Bild im Kasten ‚Besondere Veranstaltungen‘:
Vierter Advent – von birgitH / pixelio.de

Gemeinde

Theologische Erklärung

als Hilfe zur Orientierung und Grundlage der Gemeinde

Diese Theologische Erklärung wurde im Jahr 2000 formuliert, als sich immer deutlicher abzeichnete, dass in der Landeskirche Hannovers kein Platz mehr für uns sein würde und dass über kurz oder lang die Gründung einer eigenständigen Gemeinde vollzogen werden musste. Form und Inhalt sind bewusst an traditionelle Bekenntnisse angelehnt. Damit soll auch zum Ausdruck kommen, dass wir in der Kontinuität der Kirche der Reformation stehen. Dieses Bekenntnis war Grundlage der Gemeindegründung, die Zustimmung zu dieser theologischen Erklärung ist Voraussetzung für die Gemeindemitgliedschaft.

1. Übereinstimmung mit der Schrift und den Vätern im Glauben

Quelle und der Grund unseres Glaubens ist die Offenbarung des dreieinigen Gottes. Diese ist verbindlich festgehalten in der Heiligen Schrift. Wir sehen uns in der Kontinuität der Alten Kirche und der Kirche der Reformation. Ihre Bekenntnisschriften (wie beispielsweise das Apostolikum und der Heidelberger Katechismus) formulieren für die Gemeinde Jesu verbindliche Eckpunkte christlicher Lehre. Sie ordnen sich dabei vorbehaltlos der Autorität der Heiligen Schrift unter. Wir nehmen die Anliegen der wichtigsten theologischen Erklärungen des 20. Jahrhunderts auf: der Berliner Erklärung (1909), der Düsseldorfer Erklärung (1967) und der Frankfurter Erklärung (1970). Die folgenden Aussagen sind nicht subjektive Glaubenssätze, sondern reale Bestimmungen, welche die dem Glauben vorgegebene Wirklichkeit beschreiben.

2. Von der Offenbarung und der Heiligen Schrift

Die Offenbarung Gottes, durch die Gott sich dem Menschen zu erkennen gegeben hat, umfasst sowohl die in der Heiligen Schrift aufgezeichnete Geschichte als auch deren Auslegung durch die Heilige Schrift selbst und greift in mehreren Aussagen der Schrift über bereits Geschehenes hinaus auf die Zukunft und die neue Schöpfung. Sie ist vollendet in der Sendung seines Sohnes Jesus Christus und der Ausgießung seines Heiligen Geistes. Das Kommen Jesu Christi wird im Alten Testament vorbereitet und im Neuen Testament als geschehen bezeugt. Die Offenbarung Gottes ist einmalig. Sie unterscheidet sich in Gesetz und Evangelium. Wir bekennen, dass die Heilige Schrift von Gott bis in den Wortlaut hinein durch den Heiligen Geist geredet worden ist und von berufenen Menschen aufgeschrieben ist, dass sie um der Wahrheit Gottes willen in allen Aussagen wahr und vertrauenswürdig ist, dass sie vollkommen ausreicht, um dem Menschen Anteil zu geben an dem in Christus vollbrachten Heil, dass sie in ihren Aussagen und Absichten klar ist, dass sie den Glauben an Jesus Christus begründet und dass sie die ausschließliche Norm für Lehre und Leben ist. Wir verwerfen die Lehre, es gebe spezielle Offenbarungen Gottes ausserhalb der in der Heiligen Schrift bezeugten und verbindlich gedeuteten Geschichte. Wir verwerfen die Lehre, die Heilige Schrift enthalte nicht alle Bedingungen zu ihrem rechten Verständnis in sich selbst, so dass sie sich erst durch Bezug auf menschliche Traditionen oder durch ihre Unterwerfung unter sogenannte kritisch-wissenschaftliche Forschung recht verstehen lasse. Wir verwerfen ferner die Lehre, die Bibel enthalte Irrtümer oder Aussageabsichten, die dem klaren Wortlaut nicht zu entnehmen sind oder ihm widersprechen.

3. Von Gott

Wir bekennen den einen, dreieinigen und ewigen Gott, Vater, Sohn, und Heiligen Geist, in drei Personen gleichen Wesens, und doch ein Gott. Wir bekennen, dass Gott allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist und heilig, gerecht und voll Liebe zum Sünder, doch zornig gegenüber dem, der seinem Wort nicht glaubt. Wir verwerfen die Lehre, Gott sei eine unpersönliche, anonyme Kraft und Gottes Zorn sei nicht wirklich.

4. Von der Schöpfung

Wir bekennen, dass der dreieinige Gott am Anfang die Welt in 6 Tagen von je 24 Stunden geschaffen hat und noch erhält, dass die Schöpfung ursprünglich sehr gut war und dass die Leiblichkeit ebenso wie die geschöpflichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern, zwischen Mensch und Tier, den verschiedenen Arten ( Grundtypen ) und von Tieren und Pflanzen gottgewollt sind. Wir verwerfen die Lehre, das Universum sei während langer Zeiträume aus sich selbst heraus entstanden oder Gott habe es durch diese Zeiträume sich entwickeln lassen. Wir verwerfen die Lehre, die Erde sei ein in sich selbst gründendes oder von einer unpersönlichen Kraft durchwaltetes, die gottgewollten Unterschiede aufhebendes Ökosystem.

5. Von der Sünde

Wir bekennen, dass durch den konkreten Ungehorsam des ersten Menschenpaares die Sünde in die Welt gekommen ist, dass die Sünde in ihrem Wesen darin besteht, wie Gott sein und gegen Gottes Gebot frei bestimmen zu wollen, was Gut und Böse ist, dass die Sünde sowohl durch die Versuchung von seiten des Satans als auch durch den Ungehorsam des Menschen bedingt ist, dass sie die zuvor angekündigte Bestrafung mit dem Tod nach sich zieht und die vollständige Verkehrung des Menschen im Blick auf sein Verhältnis zu Gott zur Folge hat, und dass sie durch Gottes Gesetz erkannt wird. Wir verwerfen die Lehre, die Sünde sei primär ein innerweltliches Übel, das in dem freien Entschluss des Menschen begründet, durch psychische Faktoren zu erklären oder durch psycho- bzw. soziotherapeutische Verfahren zu beheben sei.

6. Von Jesus Christus

Wir bekennen, dass Jesus Christus von Ewigkeit her der Sohn Gottes und Gott in Person ist, dass er Mensch wurde, indem er durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren wurde und dass er durch seine Worte und Werke, Zeichen und Wunder als der von Gott im Alten Testament verheißene Messias erwiesen wurde. Wir bekennen, dass Gott in seiner Gnade durch ihn das Evangelium offenbart hat, dass er stellvertretend für die Menschen zur Sühne und Strafe für ihre Sünden gelitten hat und gestorben ist, dass er am dritten Tag nach seinem Tod und Begräbnis leibhaftig auferstanden und nach weiteren vierzig Tagen in den Himmel aufgefahren ist, von wo er über die Gemeinde und die Welt regiert und leibhaftig sichtbar wiederkommen wird. Wir bekennen, dass Gott in ihm den Neuen Bund geschlossen und die Zusage der Vergebung und des ewigen Lebens allen Menschen zugänglich gemacht hat. Wir verwerfen die Lehre, neben Jesus gebe es andere Wege zu Gott, Jesus sei nur Mensch gewesen, seine Gottheit bestehe nur in seiner besonderen Religiosität und deren Auswirkungen, er habe den Menschen nur ein Vorbild geben wollen, sein Tod sei keine stellvertretende Strafe und seine Auferstehung sei nicht wirklich geschehen, sondern als ein bloßes „Weitergehen der Sache Jesu“ zu verstehen.

7. Vom Heiligen Geist

Wir bekennen, dass der Heilige Geist ebenso wie der Vater und der Sohn Gott ist. Wir bekennen: Er verherrlicht Christus, er wirkt in der Erhaltung der Schöpfung, in den Fakten der Heilsgeschichte und hat die heilige Schrift inspiriert; Er wirkt die Zueignung des in Christus vollbrachten Heils indem er die Herzen erleuchtet und den Glauben an das Evangelium wirkt; Er wohnt in den Glaubenden, verleiht Gaben zum Dienst und baut die Gemeinde auf. Wir verwerfen die Lehre, der Heilige Geist sei eine unpersönliche Kraft, die die Menschen überwältige, in verfügbarer Weise besessen werden könne und sich notwendig in außergewöhnlichen Ereignissen und Erlebnissen manifestiere.

8. Von der Kirche (Gemeinde)

Wir bekennen, dass es die eine, heilige christliche Kirche gibt, deren wahre Glieder vor Grundlegung der Welt in Christus erwählt wurden und die sich als Bundesvolk Gottes aus Israel und den Heiden in der Welt versammelt, die durch die Predigt des Evangeliums gebaut wird, die Sakramente (Taufe und Abendmahl) nach dem Willen ihres Herrn gebraucht, im rechten Glauben an Jesus Christus steht, in der Liebe lebt und auf ihre Vollendung bei der Wiederkunft Christi hofft. Wir verwerfen die Lehre, die Kirche sei automatisch dort, wo sie bloß formal-rechtlich als Institution Kirche zu sein beansprucht oder sich einer Kirchenleitung zuordnet, oder wo die Sakramente bloß äußerlich vollzogen werden, sie sei eine Religionsgemeinschaft aus menschlichem Willen oder sie sei Kirche aufgrund ihres Strebens nach ethischer Vollkommenheit.

9. Vom Menschen

Wir bekennen, dass der Mensch als Mann und als Frau bleibend als Abbild Gottes geschaffen ist und im Gehorsam zu Gott über die Schöpfung herrschen soll, dass er aber durch den Sündenfall in seinem Wesen und seiner Veranlagung derart verkehrt wurde, dass er im aktiven Aufstand gegen Gott lebt und weder vor Gott Anerkennung finden, noch in rechter Weise mit der Schöpfung umgehen kann, und dass er infolge der Sünde verloren ist. Wir verwerfen die Lehre, der Mensch sei in seiner Würde der übrigen Schöpfung lediglich gleichgestellt, sein innerstes Wesen sei triebhaft bestimmt, seine Leiblichkeit sei minderwertig oder er habe in sich einen guten Kern und könne etwas zu seinem Heil beitragen.

10. Von den Gnadenmitteln

Wir bekennen, dass Gott dem Menschen das in Christus vollbrachte Heil durch das äußere Wort zueignet und dass die vom Wort getragenen Sakramente Taufe und Abendmahl die Zusage seines Gnadenbundes bezeugen und besiegeln. Wort und Sakrament begründen, stärken und vergewissern so beim Menschen den Glauben. Wir bekennen uns zur Möglichkeit der Taufe unmündiger Kinder wie zur Taufe Mündiger, nachdem diese ihren Glauben bekannt haben. Wir bekennen, dass eine rechtmäßige, im Namen des dreieinigen Gottes vollzogene Taufe nicht wiederholt werden darf. Wir bekennen, dass die Gnadenmittel demjenigen, der sie nicht im Glauben empfängt oder gebraucht, zum Gericht werden. Wir verwerfen die Lehre, das Heil werde durch eine direkte und innere, über das Wort und den Glauben des Herzens hinausgehende Wirkung des Heiligen Geistes zugeeignet, sei diese durch den bloßen äußerlichen Gebrauch der Sakramente vermittelt oder sei sie die Folge einer äußeren religiösen Übung. Wir verwerfen die Lehre, die Sakramente seien ohne Glauben heilswirksam (Taufwiedergeburt), oder sie hätten nur den Charakter eines subjektiven Bekenntnisses.

11. Vom Glauben

Wir bekennen, dass Gott den Menschen durch sein Wort zur Umkehr ruft und in seinem Herzen den Glauben schafft, der Christus ergreift, dass der Glaube den Zusagen Gottes in seinem Wort vertraut und er aufgrund der Wahrhaftigkeit Gottes Gewissheit hat, dass der Glaube sowohl die Zuversicht zum Gebet als auch eine neue Gesinnung beinhaltet, die Gottes Gebote bejaht und die Sünde verneint. Wir verwerfen die Lehre, der Mensch könne aus sich heraus glauben und der Glaube sei ein Gefühl oder nur ein Bewusstseinsakt.

12. Von der Rechtfertigung

Wir bekennen, dass die Rechtfertigung ein gnädiger Rechtsakt Gottes ist, bei dem Gott dem Sünder, den er zum Glauben an Christus erweckt hat, die im Sühnopfer Christi gewirkte, vollkommene Gerechtigkeit zurechnet, ihm die Sünden vergibt und ihn in seine Gemeinschaft aufnimmt, und dass der Mensch durch den Glauben zu jeder Zeit einen bedingungslosen Zugang zu dieser Wirklichkeit in Christus hat. Wir verwerfen die Lehre, Rechtfertigung sei eine effektive Gerechtmachung oder Gott spreche das Rechtfertigungsurteil unter Ansehung der ethischen Leistungen oder anderer Eigenschaften des Menschen. Wir verwerfen den Missbrauch der Rechtfertigungslehre zur Regelung sozialer oder politischer Verhältnisse oder zur Legitimierung von Sünde.

13. Von den Werken

Wir bekennen, dass die Werke, die Gott gefallen, vom Heiligen Geist gewirkte Früchte rechten Glaubens sind und dass sie getragen sind von der Liebe zu Gott und zum Nächsten; die Liebe gehorcht den Geboten Gottes nicht nur äußerlich, sondern von Herzen. Wir bekennen, dass der Christ im Glauben an Christus der Sünde widersteht, aber aufgrund der in ihm wohnenden Sünde in diesem Leben keine ethische Vollkommenheit erlangt. Wir verwerfen die Lehre, die Werke des Gläubigen seien Ausdruck einer seinshaft im Menschen angelegten Fähigkeit oder es gebe rechten Glauben ohne Werke. Wir verwerfen die Ansicht, gute Werke seien die Bedingung für eine tiefere Erfahrung der Gnade.

14. Von den Geboten Gottes

Wir bekennen, dass die Zehn Gebote wie sie im Kleinen Katechismus M. Luthers und dem Heidelberger Katechismus erklärt sind, Grundlage der christlichen Ethik sind. Wir bekennen, dass die auf Lebenszeit eingegangene Ehe die von Gott gestiftete Form des Zusammenlebens von Mann und Frau ist. Wir verwerfen die Ansicht, dass der Mensch aus sich heraus wissen und entscheiden könne, was gut und böse sei. Wir verwerfen die Ansicht geschlechtliche Beziehungen vor oder außerhalb der Ehe einschließlich gleichgeschlechtlicher Verhältnisse seien erlaubt und keine Sünde. Wir verwerfen die feministische Ideologie und verneinen das Recht der Frau zum öffentlichen Lehr- und Leitungsamt in der Gemeinde.

15. Von den letzten Dingen

Wir bekennen, dass die an Christus Gläubigen nach ihrem Tod in der Herrlichkeit des ewigen Lebens und der neuen Schöpfung bei Christus sein werden. Wir bekennen, dass Christus am Ende der Zeit sichtbar wiederkommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, dass die Gläubigen als die rechtmäßigen Teilhaber am ewigen Leben in der neuen Schöpfung offenbar und die Ungläubigen der ewigen Verdammnis preisgegeben werden. Wir verwerfen die Lehre, die Vollendung der Welt sei im Rahmen eines unabsehbar langen innerweltlichen Entwicklungsprozesses zu sehen und es gebe keine ewige Bestrafung der Ungläubigen.

16. Von der Erwählung

Wir bekennen, dass Gott die Gemeinde Jesu Christi und ihre Glieder vor Grundlegung der Welt allein aus Gnade erwählt hat. Wir bekennen, dass Gottes Erwählung die Verantwortlichkeit des Menschen zu Buße und Glaube nicht außer Kraft setzt, sondern die Wahrnehmung dieser Verantwortung erst ermöglicht. Wir bekennen, dass die Heilsgewissheit des Christen ihren letzten Grund im Erwählungshandeln Gottes hat, der das von ihm begonnene Werk unfehlbar vollendet. Wir verwerfen die Spekulation, dass Gott die im Unglauben Verharrenden vor Grundlegung der Welt zum Unglauben und zur Verdammnis bestimmt habe. Wir verwerfen alle Versuche, die Spannung zwischen Gottes Souveränität und des Menschen Verantwortung zu einer der beiden Seiten hin aufzulösen.


Für den Gemeindegründungsausschuss des Fördervereins für Gemeindewachtstum und Mission Langenhagen e.V.: Matthias Kirschtowski, Wolfgang Nestvogel, Heinrich Nordsieck, Ralf Wienekamp, Carsten Otto